Auftraggeber:

Europäische Kommission, GD Landwirtschaft / Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten

Projektbeschreibung

Ländlicher Wandel in Europa: Strukturwandel in der europäischen Landwirtschaft und die Zukunft ländlicher Räume unter besonderer Berücksichtigung der Mehrfachbeschäftigung

Wegen der großen Unterschiede in natürlichen Standortverhältnissen und strukturellen Ausgangsbedingungen verläuft die Entwicklung der Landwirtschaft regional in sehr unterschiedliche Richtungen: Betriebsgrößenwachstum, Intensivierung und Spezialisierung vor allem in Regionen mit günstigeren natürlichen und strukturellen Bedingungen; Marginalisierung und Rückzug der Landwirtschaft aus Regionen mit weniger günstigen Bedingungen. Das vierjährige Forschungsprogramm hatte zum Ziel, die Tendenzen der agrarstrukturellen Entwicklung in einem weiten Spektrum europäischer Regionen zu untersuchen. Ein Schwerpunkt der Analysen waren die Anpassungsstrategien landbewirtschaftender Haushalte und die hiermit einhergehende Entwicklungsdynamik landwirtschaftlicher Betriebe. Den Analysen liegen Daten aus rd. 6 400 Betrieben und 24 europäischen Regionen zugrunde, mit denen ein weites Spektrum natürlicher, wirtschaftlicher und kultureller Ausgangsbedingungen repräsentiert wird. In den einzelbetrieblichen statistischen Auswertungen werden nach dem längerfristigen Entwicklungstrend drei Haupttypen mit unterschiedlicher Entwicklungsrichtung unterschieden: Expandierende Betriebe, stabile Betriebe und Aussteiger. Ausgehend von der regionalen Verteilung der verschiedenen Entwicklungstypen wird nach den Perspektiven für einzelne Regionen und nach den Implikationen für die praktische Politik gefragt. Hierbei wird davon ausgegangen, dass Marginalisierung, Betriebsgrößenwachstum und regionale Konzentration Prozesse sind, die über eine entsprechende Gestaltung der politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen sowohl in positiver als auch in negativer Weise beeinflusst werden. Im Hinblick auf die Gestaltung von Maßnahmen werden besser miteinander abgestimmte und differenziertere agrar-, umwelt- und regionalpolitische Angebote gefordert.

Ansprechpartner im IfLS: Karlheinz Knickel