Auftraggeber:

Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, Eschborn

Projektbeschreibung

Regierungsberatung der GTZ in Südafrika im Bereich Regional- und Strukturpolitik: Analyse der struktur- und regionalpolitischen Strategien und Visionen der neun Provinzen

Die theoretische Studie korrespondierte mit dem übergeordneten Ziel des rechtsstaatlichen Entwicklungsprozesses in Südafrika (RSA) sowie mit Politikansätzen zur Verminderung inner- und interregionaler Disparitäten und zur Förderung einer sozial und wirtschaftlich ausgeglichenen Entwicklung. Dieser politische Hintergrund kommt im nationalen Erneuerungs- und Entwicklungsprogramm (RDP) mit seinen räumlichen Aspekten (Wachstum und Entwicklung, ländliche und städtische Entwicklungsstrategien, nationaler räumlicher Entwicklungsrahmen) zum Ausdruck.

Das RDP spiegelt einen am Menschen ansetzenden Entwicklungsansatz zur verbesserten Versorgung mit Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, Gesundheitsdiensten, Wohnraum, Wasserversorgung, Boden, Elektrizität, Straßen etc. wider. Es zielt auf die Implementierung einer konsensbasierten Entwicklungsstrategie ab, die sich auf die sozioökonomischen und politischen Gegebenheiten gründet und sich dabei stärker auf die weiter gefassten sozioökonomischen Erfordernisse als auf unmittelbare makroökonomische Probleme konzentriert.

Innerhalb der Studie kommt der Beteiligung der lokalen Bevölkerung und Interessengruppen bei der Entwicklungsplanung, Formulierung von Politikansätzen und der Umsetzung entscheidende Bedeutung zu. Daraus folgt, dass die Aufteilung der Verantwortlichkeiten zwischen den Politikebenen genügend Spielraum für eigene Initiativen und Entscheidungen bei der Ausführung regionaler Entwicklungsprogramme lassen sollte. Die Initiierung eines selbsttragenden regionalen Entwicklungsprozesses wird nur dort möglich sein, wo die Interessen und Motivationen der unterschiedlichen Interessenvertreter und Institutionen berücksichtigt (und koordiniert) werden. Zentrale Fragen innerhalb der Studie sind die eigentliche Institutionalisierung und Implementierung des regionalen Prozesses der Entwicklung und Politikformulierung, Transparenz, Verantwortlichkeiten, Konsistenz, Praktikabilität und der Zuschnitt von Plänen auf die Erfordernisse.

Als Schlussfolgerung wird betont, dass einer konsistenten sozioökonomischen Entwicklungsstrategie ein allgemein anerkanntes Konzept des räumlichen, regionalen und strukturellen Wandels auf nationaler Ebene zugrunde liegen muss, um Disparitäten (bzgl. Einkommen, Arbeitsplätzen, Wirtschaftsentwicklung, Lebensverhältnissen) innerhalb des Landes zu vermindern und um einzelne Fördermaßnahmen koordiniert umsetzen zu können. Hinsichtlich der Unterstützung des regionalen Wachstums wird unterstrichen, dass stärker räumlich orientierte Planungs- und Fördermaßnahmen (bezogen auf ländliche Cluster, Entwicklungskorridore etc.) auf effektive Weise mit stärker sektoral orientierten Entwicklungsprogrammen abgestimmt werden müssen.

Ansprechpartner im IfLS: Karlheinz Knickel