Auftraggeber:

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL)

Projektbeschreibung

Zwischenbewertung der Ziel 5b- und LEADER-Programme 1994-99 für ländliche Regionalentwicklung in Hessen und des Hessischen Programms für ländliche Regionalentwicklung (LRP)

Das Hauptziel der Zwischenbewertung ist, das Verständnis ländlicher Entwicklungsprozesse und ihrer Förderung in Ziel 5b-Gebieten zu verbessern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Identifizierung von Schlüsselstrategien und -akteuren bei der Einführung neuer, ökologisch verantwortlicher Wirtschaftsformen und bei der Stärkung der wirtschaftlichen Basis im ländlichen Raum. Damit ist die Frage nach marktbestimmten Entwicklungsprozessen verbunden, die politisch begleitet werden können, ohne dass Politik hier der entscheidende Faktor wäre. Es wird untersucht, welches Potenzial für neue Produkte und Unternehmungen besteht und inwieweit endogene Potenziale mobilisiert werden können. Diversifizierung wird definiert über hochqualitative Produktion, regionale Spezialitäten, Landwirtschafts-Tourismus, wie auch über neue Dienstleistungen und Produkte, die der ländlichen Wirtschaft eine breite Einkommensbasis geben könnten. Im Ergebnis liefert das Projekt Empfehlungen für eine integriertere ländliche Entwicklungspolitik und für verbesserte regionale Strukturpolitiken, insbesondere von Ziel 5b- und LEADER-Programmen. Es liefert einen direkten Beitrag auf der regionalen Ebene zur Planung und Umsetzung verschiedener ländlicher Entwicklungsprogramme sowie zur Zieldefinition und Ausgestaltung der individuellen regionalen Konzepte. Analysiert wird auch, inwieweit Schlüsselpolitiken in der Lage sind, ländliche Gemeinwesen zur Nutzung ihrer Entwicklungschancen zu befähigen. Gemeinschaftsmaßnahmen werden ebenso wie staatliche und regionale Entwicklungspolitiken daraufhin untersucht, welche Unterstützungen sie gewähren, wie relevant sie sind und welche koordinierenden und institutionellen Strukturen sie zu ihrer Umsetzung schaffen. Es werden politische Akteure, Partner und Planungsebenen ausgemacht, die sich als erfolgreich erweisen. Dabei werden sehr positive Erfahrungen mit Lokalen Aktionsgruppen (LAG) und regionalen Entwicklungsagenturen im Zusammenhang mit den LEADER-Programmen betont. Die Hauptaufgaben der LAG sind Information, Motivation, Mobilisierung, die Initiierung von Projekten, das Vermitteln von Investitionshilfen, Marktentwicklung und Weiterbildungsangebote. Die Arbeit stützt sich im Wesentlichen auf regionale Fallstudien, Expertengespräche und Kontextanalysen.

Ansprechpartner im IfLS: Karlheinz Knickel