Auftraggeber:

Europäische Kommission, GD Forschung / FP 7 – Knowledge Based Bio Economy (KBBE) – Collaborative Project

Projektbeschreibung

RuDI – Analyse der mittel- und langfristigen Wirkungen der Förderinstrumente zur ländlichen Entwicklung der Europäischen Union (einschließlich Leader)

Das RuDI-Projekt wird eine eingehende Analyse der Ausgestaltung, Umsetzung und Wirkung ländlicher Entwicklungspolitik der EU (einschließlich Leader) liefern. Den Schwerpunkt bildet die Frage einer adäquaten Beurteilung der Wirkungen ländlicher Entwicklungspolitik – unter Berücksichtigung aller Ebenen sowie der breiten Vielfalt ländlicher Regionen in Europa. RuDI wird zu einem vertieften Verständnis der Prozesse und Strukturen beitragen, die der Formulierung, Umsetzung und den Wirkungen der jüngsten EU-Entwicklungspolitiken für den ländlichen Raum zugrunde liegen. Die Studie konzentriert sich auf die Prioritätensetzung, Ausgestaltung, Ausrichtung sowie die Umsetzungsprozesse innerhalb der Förderperiode 2007 bis 2013. Hierbei wird die europaweite Vielfalt ländlicher und landwirtschaftlicher Systeme und Kontexte berücksichtigt. Ergebnis der Untersuchung wird, über den EU-Evaluationsrahmen hinaus, eine breiter angelegte und tiefergehende Wirkungsanalyse sein, die auch institutionelle, soziale sowie kapazitätserweiternde Faktoren und Möglichkeiten innerhalb der ländlichen Entwicklungspolitik beleuchtet.

Positive und negative Auswirkungen ländlicher Entwicklungspolitik sollen auf institutioneller, sozialer, ökonomischer und umweltbezogener Ebene anhand einer Reihe sorgfältig ausgewählter und ausgearbeiteter Fallstudien identifiziert und beschrieben werden. Dabei geht es auch um die Erfassung nicht vorhergesehener Wirkungen. Unterschiedliche territoriale Typen und Merkmale, Wechselwirkungen mit Förderprio-ritäten und -maßnahmen sowie “harte” und “weiche” Wirkungen werden berücksichtigt. Die vergleichende Analyse der Fallstudien wird beitragen zu einem verbesserten Verständnis der Triebkräfte von Politik-Gestaltung, der Stärken und Schwächen unterschiedlicher Umsetzungs- und “Governance”-Modelle, der positiven wie negativen Wirkungen ländlicher Entwicklungspolitik, sowie – nicht zuletzt – einen Beitrag leisten zu einem soliden konzeptuellen und methodischen Evaluationsrahmen.

  • Das Projekt verbindet quantitative mit qualitativen Ansätzen, ausgehend von einer kritischen Analyse der aktuellen Theorie ländlicher Entwicklung sowie relevanter konzeptioneller Ansätze und Analysetools, wie sie in der Politik-Evaluation zum Einsatz kommen. Die Fallstudien sollen den strukturellen Unterschieden gerecht werden, wie sie in ländlichen Räumen der EU vorzufinden sind. Das “Common Monitoring and Evaluation Framework” (CMEF) sowie die zugrundeliegenden Interventions- und Wirkungsmechanismen werden einer kritischen Betrachtung unterzogen.

  • Der Austausch mit Akteuren aus der ländlichen Entwicklungspolitik stellt sicher, dass die Untersuchungen auf die Anforderungen und Möglichkeiten der Praxisebene abgestimmt sind.

  • Den Abschluss des RuDI Forschungsvorhabens werden Empfehlungen für eine adäquatere Ausgestaltung und Umsetzung sowie Wirkungskontrolle und -bewertung ländlicher Entwicklungspolitik bilden. Durch eine unmittelbare Einbindung der betroffenen Institutionen und Stakeholder in den Forschungsprozess ist gewährleistet, dass politik- und praxisbezogene Empfehlungen direkt umsetzbar sind im Rahmen der Arbeit und Entscheidungsfindung der relevanten Akteure auf EU-, Länder- und Regionsebene.

RuDI wird koordiniert vom Institut für Ländliche Strukturforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Forschungspartner sind: das Countryside and Community Research Institute (CCRI) der Universität Gloucestershire; das Nationale Institut für Agrarökonomie (Instituto Nazionale di Economia Agraria), Rom; die Rural Sociology Group der Universität Wageningen; der Fachbereich Agrarökonomie der Aristoteles-Universität Thessaloniki; die Bundesanstalt für Bergbauernfragen (BABF), Wien; der Lehrstuhl für Agrarökonomie, Politik- und Rechtswissenschaft der Universität Ljubljana; das Nordic Centre for Spatial Development (Nordregio), Stockholm; das Centre for Ecological Engineering (CEET), Tartu; sowie das Agrarwirtschaftliche Institut (Research Institute of Agricultural Economics, VUZE), Prag.

Für weitere Informationen siehe: www.rudi-europe.net

Ansprechpartner im IfLS: Simone Schiller