Auftraggeber:

Europäische Kommission, GD Bildung und Kultur, Leonardo da Vinci Programme

Projektbeschreibung

Entwicklung eines Trainingsprogramms für junge Landwirte

Entsprechend der OECD-Definition, die auf der Bevölkerungsdichte basiert, sind 92% des EU-Territoriums landwirtschaftliche Regionen (2004/931/SEC). 19% der Bevölkerung lebt in überwiegend landwirtschaftlichen Regionen und 37% in als „signifikant landwirtschaftlich” kategorisierten Regionen. Diese Regionen stellen 45% der Bruttowertschöpfung in der EU bereit und beschäftigen 53% der Bevölkerung (2006/144/EC). Die Hauptproblematik, die sich hinsichtlich der jungen Bevölkerung stellt, ist der Rückgang der Hofnachfolge in mittelgroßen bis kleinen Landwirtschaftsbetrieben. Es ist zu erwarten, dass immer weniger junge Leute Bauernhöfe übernehmen, da die Vergütung zu gering ist. Mangelhafte Möglichkeiten, Kontakte und Fachausbildung sind ein besonderes Problem für junge Leute in abgelegenen ländlichen Gebieten. In der gesamten EU ist es nun Priorität geworden, den ländlichen Gebieten zu helfen, den ökonomischen, sozialen und klimatischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen. Die ländliche Entwicklungspolitik (2007-2013) konzentriert sich thematisch auf drei verschiedene Zweige, von denen besonders der dritte, „Steigerung der Lebensqualität und Diversifikation der landwirtschaftlichen Ökonomie“, die Fachausbildung, Informationsbereitstellung und den Unternehmergeist für Frauen, junge Leute und ältere Arbeitskräfte fördern soll (EU-Ratsentscheidung, 2006).

Das Projekt zielt darauf ab, die Alterung landwirtschaftlicher Arbeitskräfte und die laufende Abwanderung junger Leute aus den ländlichen Gebieten als ernste Herausforderung an die Nachhaltigkeit der europäischen Agrarwirtschaft ins Blickfeld zu rücken.

Um diese Zielsetzungen zu erreichen, fördert die Europäische Kommission das Konzept der multifunktionalen Landwirtschaft, durch das neue Wirtschaftsaktivitäten auf den Bauernhöfen angeregt werden sollen. Die Europäische Kommission bemüht sich außerdem um den Erhalt der ländlichen Bevölkerung und die Sicherung der Arbeitsplätze. Die Schwierigkeit bei der Anpassung des multifunktionalen Konzepts liegt darin, dass es einen Mangel an angemessener Vorbereitung der Landwirte gibt. Das heißt, dass junge Landwirte ausgebildet werden müssen, ihr eigenes Landwirtschaftsunternehmen entsprechend dem multifunktionalen Konzept aufzubauen. Die Notwendigkeit für ein spezifisches Training dieser Personengruppe in solchen Angelegenheiten ist durch den täglichen Kontakt der Projektpartner mit den Landwirten und ihrer Erfahrung in der landwirtschaftlichen Umgebung ermittelt worden. Das erwartete Resultat ist ein Trainingssystem, das auf junge Landwirte zugeschnitten ist und es ihnen ermöglichen soll, die Potentiale ländlicher Gebiete auzuschöpfen. Das wesentliche Ziel des Systems ist es, jungen Landwirten alle Fähigkeiten und Kompetenzen zu vermitteln, die sie zur Anpassung ihres Bauernhofs an das multifunktionale Konzept und die Umsetzung neuer Ideen in die Praxis benötigen.

Das System basiert auf Fallstudien. Die Projektpartner werden die Trainingseinheiten aus realen positiven Erfahrungen entwickeln und zusätzlich den Austausch der guten praktischen Erfahrungen fördern. Das Endergebnis wird ein Trainingssystem sein, das die Anpassung an ein Multifunktionskonzept ermöglicht. Ein Lehrbuch für Ausbilder und Lerneinheiten für die Benutzer werden als Buchversion oder im CD-Format erhältlich sein. Das gesamte Material wird auf der Projekt-Website in Englisch, Italienisch und Spanisch verfügbar sein.

Forschungspartner sind:

  • ASAJA-Granada: Berufsverband für Landwirte
  • CIPA-AT: Unterstützungs- und Ausbildungszentrum für Landwirte in Perugia
  • CEJA: Der Europäische Rat der Junglandwirte
  • Granaforma: Lebenslängliches Ausbildungszentrum
  • IfLS: Institut für Ländliche Strukturforschung

Agri MF II Faltblatt      deutschsprachiges Dokument downloaden (PDF, Dateigröße: 74 KB)

Für weitere Informationen siehe: http://www.agrimultifunctionality.com/
Ansprechpartner im IfLS: Simone Schiller