Auftraggeber

Bundesamt für Naturschutz

Projektbeschreibung

Nationale Naturlandschaften und erneuerbare Energien

Naturparke und Biosphärenreservate nehmen als Teil der Nationalen Naturlandschaften ca. 30% der Bundesfläche ein. Durch den Ausbau Erneuerbarer Energien auftretende Landnutzungsänderungen müssen insbesondere in NNL gegenüber Schutzgütern wie Biodiversität und Landschaft abgewogen werden.

Das Institut für Ländliche Strukturforschung (IfLS) bearbeitet zusammen mit dem Fachgebiet Landschaftsentwicklung/Umwelt- und Planungsrecht der Universität Kassel sowie den Dachverbänden der NNL EUROPARC Deutschland e.V. und dem Verband Deutscher Naturparke e.V. das oben genannte F+E-Vorhaben zur Nutzung erneuerbarer Energien in NNL im Auftrag des BfN mit Mitteln des BMU (Laufzeit Aug. 2013 - Dez. 2016). Ziel ist,

  • Entwicklungsperspektiven für die NNL (hier Biosphärenreservate und Naturparke) im Spannungsfeld von Naturschutz und Erneuerbaren Energien zu erarbeiten,
  • diese Perspektiven mit spezifischen Steuerungsansätzen für die Raumkulisse der Großschutzgebiete zu verzahnen, und schließlich
  • in Teilbereichen übertragbare Erkenntnisse aus dem naturschutzfachlichen Bereich und/oder aus dem begutachteten Steuerungsrepertoire zu generieren.

Zunächst werden best-practice-Beispiele einer naturverträglichen Nutzung Erneuerbarer Energien in NNL sowie deren Steuerung analysiert. Neben einer Literaturrecherche haben dazu die Verbände EUROPARC und VDN ihre Mitglieder zu Erfahrungen mit der Nutzung Erneuerbarer Energien befragt.

In einem weiteren Schritt geht es um 14 konkrete Fallbeispiele: hier sollen regionale Steuerungsmöglichkeiten eines naturverträglichen Umgangs mit der Nutzung Erneuerbarer Energien im Dialog mit den regionalen Stakeholdern exemplarisch aufgearbeitet werden. Die Ergebnisse aus good-practice und Fallbeispielen werden in einem zweistufigen Verfahren zusammengeführt und bewertet.

Neben Energie aus Windkraft und Biomasse stehen nach einer Erweiterung des Vorhabens Anfang 2015 auch die Nutzung von Photovoltaik-Freiflächen, der geplante Stromtrassen-Ausbau und die Nutzung von Reststoffen aus der Landschaftspflege bzw. Infrastrukturrandflächen im Fokus. Darüber hinaus werden vertieft integrierte Steuerungsansätze und die Rolle und Handlungsmöglichkeiten von Großschutzgebieten bei der Förderung regionaler Klimaschutzstrategien betrachtet.

Abschließend fließen die gewonnenen Erkenntnisse in einen Handlungskatalog.

Kontaktpersonen am IfLS: Ulrich Gehrlein und Eva Milz