Auftraggeber

Landwirtschaftliche Rentenbank

Projektbeschreibung

Chancen des demografischen Wandels für die landwirtschaftliche Diversifizierung

In dem von der Landwirtschaftlichen Rentenbank geförderten Forschungsvorhaben ging das IfLS  in den Jahren 2014 und 2015 der folgenden Frage nach: Wie und unter welchen Bedingungen leisten Erwerbskombinationen einen positiven Beitrag zum Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe und zur Grundversorgung einer vom demografischen Wandel betroffenen Region? Ziel war es, praxisrelevante Ergebnisse und Empfehlungen für landwirtschaftliche Betriebe und ihre Verbände sowie Akteurinnen und Akteure der Regionalentwicklung zu erarbeiten.

Das Forschungsvorhaben wurde in den beiden Modellregionen Landkreis Trier-Saarburg (Rheinland-Pfalz) und SPESSARTregional (Main-Kinzig-Kreis, Hessen) durchgeführt. Beide Modellregionen haben zwischen 2011 und 2013 im MORO (Modellvorhaben der Raumordnung) „Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge“ des Ministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mit Unterstützung des IfLS eine Regionalstrategie zur Daseinsvorsorge entwickelt. Beide Regionen wurden an verschiedenen Stellen des Projektes aktiv eingebunden.

Die Fragestellungen wurden mithilfe eines Methodenmixes bearbeitet:

  • Recherche wissenschaftlicher und praxisorientierter Fachliteratur,
  • Experteninterviews,
  • Erhebung von Diversifizierungsaktivitäten in den Modellregionen,
  • schriftliche Befragung von Betriebsleiterinnen und -leitern,
  • Fokusgruppen mit regionalen Schlüsselpersonen aus Landwirtschaft, Beratung und Verwaltung sowie
  • Informationsveranstaltungen für Landwirtinnen und -wirte.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das Potenzial von Diversifizierung im Kontext des demografischen Wandels in Wissenschaft und Praxis bisher eher wenig Beachtung findet. Ein nicht unerheblicher Teil der landwirtschaftlichen Betriebe in den beiden untersuchten Modellregionen erwartet jedoch zum einen Auswirkungen des demografischen Wandels auf den eigenen Betrieb, z. B. in Bezug auf die Verfügbarkeit von Fachkräften. Andererseits sehen sie im demografischen Wandel und seinen Folgen eine Möglichkeit für die Erschließung neuer Einkommensquellen. Interessante Diversifizierungsformen liegen nach Einschätzung des IfLS in neuen Wegen der Direktvermarktung, wie z. B. im Vertrieb über Automaten, aber auch in Wohn- und Pflegeangeboten für Seniorinnen und Senioren als einer Form der sogenannten sozialen Landwirtschaft.

Die Dokumentationen der Informationsveranstaltungen für Landwirte zur Direktvermarktung über Automaten sowie Urlaubs- und Wohnangeboten für Senioren stehen zum Download bereit:

Urlaubs- und Wohnangebote für Senioren auf dem Bauernhof, Direktvermarktung regionaler Produkte über Automaten - zusätzliche Standbeine und Beitrag zur Sozial- und Nahversorgung (27. November 2015 in Trier)

Kontaktpersonen am IfLS: Cordula Rutz, Nicola von Kutzleben, Jörg Schramek